Future Hub 2026 – Eine Woche, die etwas in Bewegung setzt

Der Future Hub 2026 in Marrakesch war kein einzelnes Projekt und keine klassische Treffen.

Er war und ist als Arbeitsformat Teil eines größeren Vorhabens: Schulen, Hochschulen und Praxispartner aus Deutschland und Marokko arbeiten gemeinsamdaran, berufliche Bildung stärker an reale Herausforderungen anzubinden – fachlich, gesellschaftlich und international.


Im Mittelpunkt stehen Fragen, die beide Länder betreffen.

Wie gehen wir mit begrenzten Ressourcen wie Wasser und Energie um?

Welche Kompetenzen brauchen junge Menschen für die Zukunft, um mit den Herausforderungen zuversichtlich umgehen zu können?

Wie können Bildungsformate so gestaltet werden, dass daraus nicht nur Wissen entsteht, sondern Handlungsmöglichkeiten & Gestaltungskompetenz?

Um es vorweg zu nehmen: Der Future Hub soll die Antworten liefern!

Der Anspruch ist dabei bewusst einfach gehalten: Nicht über Zusammenarbeit sprechen, sondern sie ausprobieren.

Was folgt, war eine Woche, in der Begegnung, Projektarbeit und fachlicher Austausch ineinandergreifen – und in der aus ersten Gesprächen konkrete Ansätze entstehen.

Was bleibt, wenn eine solche Veranstaltung vorbei ist? Im besten Fall nicht nur Eindrücke – sondern der Anfang von Zusammenarbeit.

„Die netten Gastgeber und Organisatoren sowie die kulturellen Einblicke haben für mich den Einstieg besonders geprägt.“

Zusammenarbeit beginnt nicht im Workshop

Beim gemeinsamen Essen wurde deutlich, worum es im Kern geht:

Zusammenarbeit entsteht nicht im Programm, sondern zwischen den Menschen.

Gespräche, die nicht geplant sind. Perspektiven, die aufeinandertreffen. Und die Bereitschaft, sich darauf einzulassen.

Das wirkt selbstverständlich – ist es aber nicht.

Der entscheidende Moment

Am 16. April wurde es sichtbar. Ein ganzer Saal voller Teilnehmenden aus Bildung, Politik und Praxis kamen zusammen. Ein starker Rahmen – aber der prägende Moment nach der offiziellen Begrüßung kam von den Schülerinnen und Schülern der beteiligten Schulen.

Sie präsentierten die SDGs, die aus Schülersicht im Zentrum stehen sollen: Wasser, Bildung, Gender Equality.

Nicht inszeniert und nicht übertrieben perfekt. Aber überzeugend!

„Die Begeisterung der Schülerinnen und Schüler aus
Marokko und Verden ist mir besonders in Erinnerung geblieben.“

Hier wurde klar:
Der Future Hub funktioniert dann, wenn er nicht über junge Menschen spricht – sondern ihnen Verantwortung gibt.

Wenn Lernen greifbar wird

Mit der Eröffnung des Lernparcours wurde aus Konzept Realität.

Schülerinnen und Schüler erklärten in deutsch-marokkanischen Teams technische Zusammenhänge – verständlich, direkt, ohne Umwege.


Hier wurde nicht nur gearbeitet, sondern vermittelt. Nicht nur gebaut, sondern verstanden.

Der Lernparcours ist bewusst kein fertiges Produkt, sondern ein System, das weiterentwickelt wird.

Arbeit statt Programmpunkte

Die Workshops des Future Hubs waren kein Begleitprogramm. Sie waren der Kern und Grund des Zusammentreffens. In den ersten beiden Workshops arbeiteten wir in geteilten Gruppen an den Themen „Organisation der Zusammenarbeit“ und der „Berufsorientierung und Kompetenzentwicklung“ bevor es am nächsten Tag in den 3. Workshop gehen sollte. In diesem Rahmen wurden Diskussionen geführt, Abstimmungen gemacht und unterschiedliche Sichtweisen dargelegt, um zu möglichst breit getragenen Ergebnissen zu kommen.

Zeitlich begrenzte Workshops mit unterschiedlichsten Teilnehmern aus verschiedenen Sprachräumen sind für alle Teilnehmenden eine Herausforderung. Dass wir trotzdem innerhalb kurzer Zeit Arbeitsergebnisse zustandsgebracht haben, denen alle zustimmen, macht uns stolz auf die Gründungsmitglieder unseres Verbundes.

Und genau das wurde auch von vielen Teilnehmenden als Stärke wahrgenommen. Durch die grundsätzliche Ausrichtung des Future Hubs, lag uns im Vorfeld viel an der Einbeziehung unterschiedlicher Perspektiven – immer mit dem Fokus auf den Gemeinsamkeiten.

„Die Verbindung von Bildung, Praxis und Nachhaltigkeit war für mich besonders wertvoll.“


Der krönenden Abschluss des Abends wurde durch die Schule Lycée Hassan II gestaltet. Ein musikalisches Bühnenprogramm zeigte die unglaubliche Vielfalt und das kulturelle Engagement dieser Schule. Dank des Engagements eines Kollegen der BBS Osterholz-Scharmebeck, konnten auch die deutschen Vertreter einen musikalischen Eindruck hinterlassen.

Gleichzeitig wurde schon hier deutlich: Die Dichte des Programms war hoch. Nicht alles lief reibungslos, nicht jeder Zeitpunkt entsprach dem Plan. Aber genau das ist entscheidend. Denn es zeigt: Hier wurde nicht nur präsentiert – hier wurde gearbeitet.

Die Realität hinter dem Thema

Der Besuch an der Universität Cadi Ayyad hat den Blick geschärft. Prof. Faissal Aziz, Jan Visscher und Herr Rahdou erläuterten die jeweiligen Situationen und Ansätze ihrer Institute.

Auf Einladung von Prof. Aziz lernte ein Teil noch das Institut CNEREE der Universität Cady Ayyad kennen, während der andere Teil der Gruppe beim regionalen Klärwerk, welche aufwendigen Prozesse hinter der Ressource Wasser stecken.

Es wurde deutlich:

Wasser ist kein abstraktes Thema.

Es ist Infrastruktur, Verantwortung und eine zentrale Zukunftsfrage. Die Erkenntnis war eindeutig: Technische Lösungen sind vorhanden.

Die Herausforderung liegt woanders – in Bildung, Qualifizierung und der Fähigkeit, Wissen anzuwenden.

In Marokko wie in Deutschland gilt: Wir müssen junge Menschen früh befähigen, Verantwortung zu übernehmen – um Lösungen zu entwickeln, statt Probleme zu verwalten.

Vom Austausch zur Umsetzung

Im Workshop beim Bildungsverein AESVT wurde aus Diskussion konkrete Arbeit.

Innerhalb kurzer Zeit entstanden mehrere Projektideen mit realem Umsetzungspotenzial. Dabei wurde die Rolle der Interkulturalität herausgearbeitet und auf ein beispielhafte Mini-Projektabläufe fokussiert.

Für uns war der entscheidende Punkt: Der Future Hub endet nicht mit der Veranstaltung. Er beginnt genau hier.

Nebenbei…

Neben der fachlichen Arbeit gab es Momente, die sich nicht planen lassen: Gespräche, Interesse am Gegenüber, gemeinsames Erleben. Zeit, in der Vertrauen entsteht.

Viele Teilnehmende haben genau diese Phasen als besonders verbindend beschrieben.

Sie sind kein Zusatz. Sie sind Voraussetzung für Zusammenarbeit.

Ein klarer Schritt

Der Abschluss im Wassermuseum brachte die Woche auf den Punkt.

Das Memorandum of Understanding wurde vorgestellt, diskutiert und gemeinsam geschärft.

Ein zentraler Aspekt: Der Future Hub versteht sich bewusst als nicht-kommerzieller Bildungsverbund und basiert auf ernsthaftem Interesse und Freiwilligkeit. Alle beteiligten Institutionen sagten ihre Mitwirkung zu. Die formale Unterzeichnung folgt – die Zusammenarbeit hat begonnen.

Wir als dmbb danken allen, die diese Woche mitgetragen und gestaltet haben. Für die Offenheit, die Bereitschaft zur Zusammenarbeit und die vielen konkreten Beiträge.

Die Arbeit hat begonnen – wir führen sie gemeinsam weiter.

Zum Download: Future Hub – Documentation & Outlook 2026

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