In Marrakesch konnten in den vergangenen Tagen ein internationales Schülerprojekt im Bereich nachhaltiger Bewässerung und der begleitende institutionelle Austausch im Rahmen des Future Hub 2026 erfolgreich miteinander verbunden werden. Entstanden ist eine neue Bewässerungsanlage mit Lernparcours, die in den kommenden Monaten technisch, didaktisch und digital weiterentwickelt werden soll.

Neue Anlage als Lern- und Arbeitsprojekt
Im Zentrum stand das Bildungsprojekt „Gemeinsam gegen Wasserverschwendung“. Schülerinnen, Schüler und Auszubildende aus Deutschland und Marokko arbeiteten gemeinsam an einer neuen Bewässerungsanlage in einem weiteren Teil des Gartens. Die Anlage wurde im Projektzeitraum aufgebaut, in Betrieb genommen, erklärt und im Rahmen der Abschlussphase vorgestellt.
Das Vorhaben war ausdrücklich als reales, kompetenzorientiertes Lern- und Arbeitsprojekt angelegt. Nachhaltigkeit blieb dabei nicht abstrakt, sondern wurde über Wasserverbrauch, Energieversorgung und technische Zusammenhänge fachlich greifbar. Die Projektunterlagen beschreiben das Format als handlungsorientiertes Umsetzungsprojekt mit realem technischem System, sichtbaren Ergebnissen und langfristiger Nutzbarkeit für die Schulgemeinschaft.
Lernparcours mit digitaler Ergänzung
Die neue Anlage wurde zugleich mit einem Lernparcours ausgestattet, der in den kommenden Wochen und Monaten digital weiter ergänzt und vervollständigt werden soll. Ziel ist es, die Anlage nicht nur als technische Infrastruktur zu nutzen, sondern als dauerhaften Lern- und Demonstrationsträger weiterzuentwickeln.
Bereits jetzt gehören erklärende Elemente, erste digitale Zugänge sowie Möglichkeiten zur Interaktion vor Ort dazu. Besucherinnen und Besucher können Fragen stellen und Rückmeldungen geben. So wird der Lernort nicht nur gezeigt, sondern aktiv weiterentwickelbar gemacht.
Schon in der Projektkonzeption war angelegt, reale Technik mit Schautafeln, QR-Zugängen und digitalen Lerninhalten zu verbinden, damit Themen wie Wasser, Bewässerung, Energie, Sensorik, Steuerung und Nachhaltigkeit verständlich vermittelt werden können.
Kurzüberblick
Was entstanden ist
- eine neue Bewässerungsanlage in einem weiteren Gartenteil
- ein erster Lernparcours mit analoger und digitaler Ebene
- Interaktionsmöglichkeiten für Besucherinnen und Besucher vor Ort
- Grundlagen für Wartung, Visualisierung und spätere Weiterentwicklung
Vorbereitung und Nacharbeit in Verden
Ein wichtiger Schwerpunkt der nächsten Phase liegt auf der Vorbereitung im „Klassenzimmer“ in Verden. Über das dmbb-Lernmanagementsystem erhalten Schülerinnen und Schüler Informationen, Know-how und Arbeitsgrundlagen, um die Anlage künftig warten und bei den nächsten Projektphasen auf einem hohen fachlichen Niveau einsteigen zu können.
Damit wird das Projekt nicht als einmalige Reise verstanden, sondern als längerer Lernprozess mit Vor- und Nachbereitung. Parallel dazu werden technische Grundlagen für die Nacharbeit aufgebaut. Dazu gehören insbesondere NAS-gestützte Strukturen sowie Visualisierungen der Anlagenzustände, Verbräuche und Erträge. Auf diese Weise sollen Betriebsdaten künftig besser dargestellt, ausgewertet und im Unterricht genutzt werden. Die Projektunterlagen benennen die Erfassung und Auswertung von Wasser- und Energieverbräuchen ausdrücklich als Teil des fachlichen Gesamtkonzepts.
Zusammenarbeit mit Hochschulen und Universitäten
Ein besonderer Mehrwert des Projekts liegt in der Zusammenarbeit mit den beteiligten Hochschulen und Universitäten. Studierende unterstützten den Lernparcours nicht nur gestalterisch, sondern auch fachlich, messtechnisch und didaktisch. In den studentischen Arbeitspaketen sind Themen wie Wasserverbrauch, Wasserfluss, Bodenfeuchte, Steuerung, Energieversorgung, Sensorik und digitale Visualisierung ausdrücklich vorgesehen.
Darüber hinaus arbeiten die beteiligten Hochschulen und Institute an der effizienten Auslegung und am energieoptimierten Betrieb der Anlage. Das beteiligte Institut der Universität Marrakesch hat bereits Anwendungen implementiert, die eine optimale Bewässerung in Abhängigkeit von Pflanzen, Baum, Wetter- und Klimadaten sowie den erforderlichen PV-Leistungen für die Energieversorgung der Anlage unterstützen. Zusätzlich werden Pumpen- und Speicherkonzepte erarbeitet, die einen energieeffizienten Betrieb und eine Bewässerung zu geeigneten Zeitpunkten ermöglichen sollen.
So wächst das Projekt in eine Richtung, die berufliche Bildung, Hochschulwissen, Digitalisierung und nachhaltige Infrastruktur eng miteinander verbindet.
Nächste Schwerpunkte
In der Nacharbeit stehen besonders im Fokus:
- Vorbereitung und Vertiefung im Unterricht in Verden
- Wartungs- und Einstiegsmaterialien über das dmbb-Lernmanagementsystem
- Visualisierung von Anlagenzuständen, Verbräuchen und Erträgen
- weitere digitale Ausgestaltung des Lernparcours
- effiziente Auslegung und Optimierung des Anlagenbetriebs
Herzliche Aufnahme und intensive gemeinsame Tage
Die Projekttage in Marrakesch waren geprägt von intensiver Arbeit, herzlicher Aufnahme und vielen gemeinsamen Eindrücken. Besonders in Erinnerung bleiben die Offenheit und Gastfreundschaft vor Ort, die Zusammenarbeit mit den Schülerinnen und Schülern und Studierenden, kulturelle Erfahrungen, gemeinsames Essen sowie der Ausflug nach Essaouira.
Gerade diese Verbindung aus Facharbeit, interkultureller Begegnung und gemeinsamem Alltag hat dem Projekt seine besondere Qualität gegeben. Sie hat wesentlich dazu beigetragen, dass aus einer technischen Aufgabe ein gemeinsamer Bildungsprozess wurde.
Future Hub 2026: Präsentation vor internationalem Publikum
Parallel bzw. im Anschluss an das Schülerprojekt fand mit dem Future Hub 2026 ein deutsch-marokkanisches Bildungsforum statt. Im Rahmen dieses Forums stellten die Schülerinnen und Schüler ihre Ergebnisse einem internationalen Publikum vor und präsentierten die neue Anlage im größeren Zusammenhang des Austauschs.
Dabei wurde deutlich, dass das Projekt weit über eine rein technische Umsetzung hinausging. Das Publikum nahm nicht nur die fachliche Qualität und die interdisziplinäre Anlage des Vorhabens wahr, sondern auch die Persönlichkeits- und Kompetenzentwicklung der Schülerinnen und Schüler. Sichtbar wurden fachpraktisches Arbeiten, adressatengerechtes Erklären, Teamarbeit, Verantwortungsübernahme und die Fähigkeit, technische Zusammenhänge in einen größeren Kontext von Nachhaltigkeit und Kooperation einzuordnen.
Gerade in dieser Verbindung liegt eine besondere Stärke des Projekts: berufliche Bildung wird nicht abstrakt beschrieben, sondern als reale Handlungskompetenz in einem internationalen Rahmen sichtbar.
Was bleibt
Über die Projekttage hinaus bleiben:
- eine neue technische Anlage als realer Lernträger
- ein wachsender Lernparcours mit digitaler Ergänzung
- vorbereitete Strukturen für Wartung, Visualisierung und Weiterentwicklung
- neue Projektideen und vertiefte Kooperationen
- eine belastbare Grundlage für weitere deutsch-marokkanische Bildungsarbeit
Ein Projekt mit Wirkung über die Reise hinaus
Für die dmbb steht mit diesem Vorhaben ein Ansatz im Mittelpunkt, der auch künftig tragend sein soll: reale Projektarbeit, internationale Zusammenarbeit und langfristige Bildungswirkung zusammenzuführen.
Aus einem zeitlich begrenzten Projekt ist bereits jetzt mehr entstanden als ein einmaliger Austausch: eine neue Bewässerungsanlage, ein wachsender Lernparcours, ein digitales und fachliches Anschlusskonzept für die Nacharbeit, neue Hochschulbezüge und eine belastbare Grundlage für weitere deutsch-marokkanische Bildungskooperationen.
Wir freuen uns auf die weitere Entwicklung der Anlage, auf die fachliche Vertiefung in den kommenden Monaten und auf die nächsten gemeinsamen Schritte mit Schulen, Hochschulen, Universitäten und weiteren Partnern.
Unser Dank gilt allen beteiligten Schülerinnen und Schülern, Auszubildenden, Studierenden, Lehrkräften, Partnerinstitutionen und Unterstützern, die diese intensiven Tage in Marrakesch möglich gemacht haben.

















